Kooperationen als Wachstumsmotor für Unternehmen



8. Technologiekonferenz der ELMUG eG in Friedrichroda

(Friedrichroda / Ilmenau; 28.06.2017) Die »elmug4future« ist das Highlight der Genossenschaft der elektronischen Mess- und Gerätetechnik. Sie fand am 27. und 28. Juni im H+ Hotel in Friedrichroda statt. Der Branche können ca. 500 Unternehmen in Thüringen zugeordnet werden. Die kleinen und mittelständischen Unternehmen sind von einer hohen Innovationsstärke geprägt und wie in den Unternehmen, stellen sich auch die Organisatoren der Konferenz in jedem Jahr der Herausforderung, den Teilnehmern etwas „Neues“ zu bieten. In diesem Jahr wurde der elmug4future-talk eingeführt, bei der Politik, Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten, ob Thüringen zukunftssicher aufgestellt ist. Die Teilnehmer setzten sich mehrheitlich aus Ilmenauern zusammen, lediglich die Politik machte mit Dr. Arnulf Wulff von der Landesentwicklungsgesellschaft Thüringen aus Erfurt eine Ausnahme. Die Wissenschaft wurde von Prof. Matthias Hein von der TU Ilmenau repräsentiert, der als Sprecher des Innovationszentrums Mobilität seine Vorschläge zum Thema einbrachte, die IHK Südthüringen wurde von Herrn Hartmuth Röser vertreten, die Unternehmen SOLVIMUS GmbH und ILMSENS GmbH, brachten sowohl die Sichtweise eines Gründers als auch eines Wachstumsunternehmens ein. Moderiert wurde der elmug4future-talk von Olaf Mollenhauer, als Sprecher des Vorstandes des Netzwerkes.


Herr Dr. Wulff machte deutlich, dass Thüringen ein Sensor-Land ist, dessen Firmen mit 20 Tausend Mitarbeitern ca. 3,3 Milliarden Euro Umsatz erwirtschaften, was einem Zehntel der gesamten Wirtschaftsleistung Thüringens entspricht.


Herr Rößer bestätigt die Zahlen auch für den Südthüringer Blick, denn 73% der Unternehmen haben das vergangene Jahr mit Gewinn abgeschlossen. Hemmnisse sieht er derzeit in der Fachkräfte Situation und im Rückgang von Neugründungen im High-Tech Bereich. Er gibt den Unternehmen den Tipp neben der Produktinnovation auch die Prozesse mit im Auge zu behalten.


Der Vertreter der Wissenschaft, Prof. Hein bescheinigt den vorrangig Sensor-lastigen Unternehmen hohe Agilität durch die gesunde Mischung aus Produktion und Forschung. Sein Vorschlag für eine Verbesserung liegt im verbesserten Informationstransfer zwischen Hochschulen und Unternehmen.


„Wir haben mit einem guten Team und einer hervorragenden Technologie aus dem Bauch heraus in Thüringen gegründet.“, stellt sich Hans-Christian Fritsch, der ILMSENS GmbH vor. Sie haben im Umfeld der TU Ilmenau gute Bedingungen für die Ansiedlung gefunden. Bei ihnen steht der partnerschaftliche Gedanke im Vordergrund ihres Handelns in der Region.


Remo Reichel von der SOLVIMUS GmbH sprach von einem Boom in den letzten zwei Jahren, der die Entwicklung der Datenerfassung erfasst hat. Bei der Entwicklung die Bedürfnisse des Kunden im Auge zu behalten, war ihr erklärtes Erfolgsrezept.


Die Männerrunde war sich einig, dass die in Thüringen ansässigen Unternehmen durch ihre Kleinteiligkeit keine Nachteile haben. Die sogenannten „Hidden-Champions“ (geheime Sieger), die zum Teil Weltmarktführer mit ihren zukunftsorientierten Produkten sind zeichnen sich durch eine hohe Anpassungsfähigkeit an Herausforderungen und ihre Bereitschaft zu Kooperationen aus. Was ihnen fehlt ist die Sichtbarkeit, die sie mit gemeinsamen Vermarktungsstrategien angehen werden. Thüringen würde es guttun, die „Angstkultur“ abzubauen, um die in der Transformation, die auch die Sensorik erreicht, liegenden Chancen wahrnehmen zu können.